Pressemitteilung (vom 19.10.2017)

Änderungen betreffen zahlreiche Unternehmen

Neue Anlagenverordnung war Thema bei der Emsland-Akademie

Lingen. Unter dem Motto „Aus VAwS wird AwSV – die neue Anlagenverordnung ist da" lud der Wirtschaftsverband Emsland im Rahmen der Emsland-Akademie in das Unternehmen Zech ein, um über die neuen Anforderungen an Unternehmen aufzuklären. „Seit Mitte der 90er Jahre, nach Einführung der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS), sind Unternehmen die mit wassergefährdenden Stoffen hantieren, zu Erfassung, Bewertung und Dokumentation der Anlagen verpflichtet", sagt Dr. Karsten Behrenbeck von der TPN Prüfingenieure & Umweltgutachter GmbH.

Die neue Anlagenverordnung

Die neue Anlagenverordnung war Thema eines Seminars der Emsland-Akademie. (v.l. Pia Maria Holle (Wirtschaftsverband Emsland), Dr. Karsten Behrenbeck und Gastgeber Siegfried Zech)

Auslöser der Verordnung war 1990 ein Brand in den Lagerhallen der Firma Sandoz bei Basel am Rhein. Gelagert wurden hier Pestizide, Insektizide und Quecksilber. Die eigentliche Katastrophe löste jedoch die Feuerwehr aus. Durch fehlende Rückhaltemöglichkeiten flossen 15.000 Kubikmeter durch Chemikalien belastetes Löschwasser in den Rhein. Die Umweltverschmutzung sorgte dafür, dass der Rhein bis Mannheim „rot und tot“, war. Drei Jahre später wurde die Verordnung in den Bundesländern eingeführt und über Jahre je nach Landesbedürfnissen novelliert.

Seit dem ersten August ist nun die bundeseinheitliche Anlagenverordnung wassergefährdende Stoffe (AwSV) in Kraft getreten, welche die alte VAwS ablöst. Betroffen sind alle Unternehmen, die Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen und Behandeln von wassergefährdenden Stoffen unterhalten. Solche Stoffe sind zum Beispiel Öle, Kraftstoffe, Lacke, Säuren und Laugen.

Ingenieur und Umweltgutachter Dr. Karsten Behrenbeck informierte über die Änderung innerhalb des Regelwerks.

„Auf den ersten Blick fällt auf, dass das gesamte Regelwerk umfangreicher geworden ist“, so der Ingenieur und Umweltgutachter. Ganze 73 Paragraphen (vormals rund 29) und sieben Anhänge beschäftigen sich mit der Thematik. So ist zum Beispiel die Einstufung und Bewertung von Stoffen und Gemischen in die Verordnung mit eingeflossen. Je nach Wassergefährdung werden die Stoffe nun in drei Kategorien unterteilt. Neu ist auch die Pflicht zur Dokumentation, welche Anlagenteile zur Anlage gehören. „Nahezu jede Anlagenart hat einen eigenen Paragraphen bekommen“, erklärt Dr. Behrenbeck. Die Inhalte seien nicht neu, sorgten aber für Klarstellung. Weiter Neuerungen gibt es auch bei Überwachungs- und Prüfpflichten, der Beseitigung von Mängeln und bei den Betriebsanweisungen. „Die Landesanforderungen der vorhergehenden Verordnung bleiben noch bestehen.

Alles was Organisation und Papier erfordert, ist sofort zu erledigen“, rät Behrenbeck.

Die mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von der Fülle der Informationen überrascht. „Es ist sehr gut, dass wir zu diesem umfangreichen Thema einen Experten gewinnen konnten, der den Überblich behält“, ist auch Pia Maria Holl, Projektleiterin beim Wirtschaftsverband Emsland überzeugt. Viele der Teilnehmer konnten so Wissenswertes mitnehmen.

Mehr als 30 Teilnehmer kamen zu diesem Seminar der Emsland-Akademie.

Text und Foto: Wirtschaftsverband Emsland

(Internetartikel des Wirtschaftsverbands Emsland: http://www.wv-emsland.de/news-anzeigen/aenderungen-betreffen-zahlreiche-unternehmen/99bc8e452ca5965d5d238bd53ad49bd9.html)

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